
NRW: Neue interaktive Anwendung zeigt Struktur und Entwicklung der Schulden jeder Kommune
* Kreisfreie Städte mit höherer Pro-Kopf-Verschuldung der Kernhaushalte als Kreise im Jahr 2024.
* Vergleichsmöglichkeiten zwischen einzelnen Kommunen im Zeitraum von 2019 bis 2024.
* Interaktive Karten und Diagramme zur Gesamtverschuldung sowie zu Liquiditäts- und Investitionskrediten.
Thematisch zugehörige Infografiken und/oder -tabellen finden Sie – sofern vorhanden – in der Onlineversion der Pressemitteilung unter
https://www.it.nrw/nrw-neue-interaktive-anwendung-zeigt-struktur-und-entwicklung-der-schulden-jeder-kommune-127701
Düsseldorf (IT.NRW). Die Kommunen Nordrhein-Westfalens hatten in ihren Kernhaushalten Ende 2024 Schulden in Höhe von durchschnittlich 3.075 Euro je Einwohner/-in. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt mitteilt, waren die kreisfreien Städte im Durchschnitt mit 4.145 Euro pro Kopf verschuldet. Die Kreise kamen dagegen auf Schulden in Höhe von 2.287 Euro je Einwohner/-in. Zu den Kreisen zählen die kreisangehörigen Städte und Gemeinden inklusive der jeweiligen Kreisverwaltung.
Wie hoch war der Schuldenstand der einzelnen Kommunen? Und wo standen sie im Vergleich zum Durchschnitt? Antworten auf diese Fragen liefert die neue interaktive Anwendung Kommunale Verschuldung in NRW unter
https://statistik.nrw/service/veroeffentlichungen/kommunale-verschuldung-nrw des Statistischen Landesamtes NRW, die Daten für kreisangehörige Städte und Gemeinden, kreisfreie Städte und Kreise bereithält und diese auch in einen Vergleich mit der rechnerischen Pro-Kopf-Verschuldung aller Kreise bzw. aller kreisfreien Städte stellt.
Die Anwendung stellt außerdem die Schuldenentwicklung der Kernhaushalte der einzelnen Kommunen dar. Auch hier lassen sich die Daten einordnen: Die Pro-Kopf-Verschuldung aller Kommunen NRWs stieg von 2019 bis 2024 um 15,6 %. Während die Pro-Kopf-Verschuldung der kreisfreien Städte in diesem Zeitraum um 10,5 % wuchs, stieg die der Kreise um 24,6 %.
Nutzende können für jede Kommune in NRW erkennen, zu welchem Zweck die Schulden aufgenommen wurden: Liquiditätskredite sind mit privaten Dispositionskrediten vergleichbar und dienen zur Überbrückung kurzfristiger Haushaltsengpässe. Investitionskredite hingegen werden in der Regel zur Realisierung langfristiger Vorhaben wie dem Infrastrukturausbau genutzt, ähnlich zu privaten Krediten zum Erwerb von Wohneigentum. Der Vergleichswert für alle Kommunen NRWs zeigt: Von 2019 bis 2024 sind die Liquiditätskredite pro Einwohner/-in im Schnitt um 1,4 % zurückgegangen, während die Investitionskredite pro Kopf um 32,2 % zugelegt haben.
Darüber hinaus lassen sich in der Anwendung eigene Schuldenvergleiche zusammenstellen. Interessierte können herausfinden, wie Ihre Stadt oder Gemeinde im Vergleich zu anderen Orten NRWs dasteht oder wie sich dort die Schuldensituation in den letzten Jahren verändert hat: Zu finden sind diese Informationen in der neuen interaktiven Anwendung Kommunale Verschuldung in NRW https://statistik.nrw/service/veroeffentlichungen/kommunale-verschuldung-nrw zur Struktur und Entwicklung der Schulden in den Kernhaushalten.
Methodische Hinweise
Datenbasis ist die Statistik „Jährliche Schulden der Kernhaushalte der Gemeinden/Gemeindeverbände“ zum Stichtag 31. Dezember für die Jahre 2019 bis 2024. Der Begriff „Haushalt“ wird hier institutionell, im Sinne von Einheit, verwendet. Über die kommunalen Kernhaushalte werden in der Regel die hoheitlichen Aufgaben sowie Teile der örtlichen Daseinsvorsorge finanziert, soweit diese nicht in ausgelagerte Einheiten (z. B. Eigenbetriebe) übertragen wurden.
Liquiditätskredite setzen sich aus den statistisch erhobenen Kassenkrediten und Wertpapierschulden zur Liquiditätssicherung zusammen. Investitionskredite sind die Kredite zuzüglich der Wertpapierschulden ohne Wertpapierschulden zur Liquiditätssicherung. Die Pro-Kopf-Verschuldung in Euro je Einwohner/-in wurde im Jahr 2024 auf Basis des Zensus 2022 berechnet, in den Jahren davor auf Basis des Zensus 2011.